Atelierausstellung im Januar 2014

FARBE – was sonst…

In der diesjährigen Jahresausstellung (2013) hängen 37 Bilder. Es sind bis auf wenige Ausnahmen Acrylgemälde auf Leinwand in unterschiedlichen Formaten: 25x25cm, 30x30cm, 50x70cm, 60x80cm und drei größere in den Formaten 130x130cm und 119x200cm. Vor über einem Jahr „flog“ mir mein neues Arbeitsthema zu, es sollte etwas mit FARBE sein, denn Farben beeindrucken mich und ich achte auch sehr darauf. So bin ich immer wieder begeistert von den Farben des Himmels, dem ständig wechselnden Farbenspiel des Meeres, der Farbenpracht der Blumen….
Und schon hatte ich das Thema: „Farbe – was sonst…

Bald stellte ich fest, dass FARBE nicht nur für mich wichtig geworden war, sondern ich entdeckte viele Ausstellungs- und Buchtitel, die sich im vergangenen Jahr um Farbe drehten, hier eine kleine Auswahl: Farbrausch – Ein Tanz der Farben – Die Pracht der Farben – Magie der Farbe – Die Welt der Farben – Farbenspiel . . . .

Nach Jahren der Collage wollte ich wirklich gerne wieder malen, frei malen und da bot sich das Farbthema geradezu an.

Mondgesang

Das sogenannte freie Malen funktioniert für mich am besten in der Technik Acryl auf Leinwand und so sind auch die meisten Bilder entstanden. Dabei half mir die das Hören von CDs aus einer Box mit dem Titel: „Die Welt ist Klang“ von Joachim-Ernst Berendt. In der Regel arbeite ich in der Stille und höre eher selten während des Arbeitens Radio oder Musik. Aber diese CDs wurden sehr wichtig für mich.

Es geht darin um den Klangcharakter der Welt und die Bedeutung des Hörens. Wir kennen alle die Begriffe Klangbilder, Farbakkorde, Farbtöne, Farbklänge. Und das bedeutet, dass Musik Farbe und Form besitzt. Man kann, wenn man sehr aufmerksam sich selbst gegenüber ist, beim Musikhören Farben imaginieren, sehen. So inspirierten mich Musik und Klänge zum Malen von Bildern.

Manchen meiner Bilder, die vor diesem Hintergrund entstanden sind, kann man das wohl anmerken, denn ich empfand oft einen engen Zusammenhang – einem „Zusammenklang“ – zwischen Tönen und Farben.

Mit der Wahl einiger Titel wollte ich das auch deutlich machen: „Der Sonnenton“ (es ist ein Cis, 126,22 Hz) – „Das Gras wachsen hören“ – „Gesang von Wind und Wasser“ – „Rondo“- „Symphonie in Grün und Blau“ usw.

Eigentlich wollte ich ja nur mit Farbe malen, aber die Collage kam immer wieder dazwischen, denn sie ist meine Lieblingstechnik und so stellte ich auch wieder viele kleine Collagen her.

Es liegen vier Bücher mit meinen täglichen Collagen aus. Und als Bilder gerahmt gibt es neun Collagen zu sehen, die mit Essen und Trinken zu tun haben und auf denen die Farbe Grün dominiert. Diese Farbe spielt in der diesjährigen Ausstellung eine wichtige Rolle.

Mit der Farbe GRÜN verbindet mich eine lange Geschichte. In meiner Kindheit umgaben mich auf Schritt und Tritt grüne Wiesen und grüner Wald. Die Farbe Grün liebte ich als Jugendliche sehr, ich erinnere mich noch genau an einen tannengrünen Winterpullover, ein lindgrünes Wollkleid, einen grasgrünen Mantel. Und dann, ich weiß nicht mehr, wann es war, es kam, ohne dass ich es richtig bemerkte, ich war etwa Anfang 20, gefiel mir diese Farbe überhaupt nicht mehr. Weder an Kleidungsstücken, noch sonst wo. Und so blieb es lange.

Mitte der 80er Jahre kaufte ich mir die empfohlenen Basisfarben für die Gouache-Malerei in einem Malkurs, aber die Tube Grün blieb jahrelang liegen, bis die Farbe eintrocknete, weil ich sie nie benutzte.

Ausstell. Jan 2014  066

Das GRÜN kam dann ebenso schleichend und unvorhergesehen, wie es weggeblieben war, wieder bei mir an. Ich malte einige Bilder ganz in Grün, das war Anfang 2000. Mittlerweile gehört Grün zu einer ganz normal von mir genutzten Farbe. Ich male gerne mit ihr und besitze nicht nur mehrere grüne Acryl-und Gouachefarben, sondern auch einen Teebecher, Nagellack, ein Schmuckkästchen, Pullover, Teller, Halstücher, Handtücher. . .

Mich erfreuen auch die schönen Namen für diese Farbe: Apfelgrün – Pistaziengrün – Flaschengrün – Lindgrün – Frühlingsgrün – Grasgrün – Olivgrün – Jägergrün – Giftgrün – Gallengrün . . . . .

Ich las, dass man im Deutschen für Grün nur etwa 30 Farbnamen kennt. Im Gegensatz dazu haben die Indianer in Bolivien 200 Namen für unterschiedliche Grüntöne.

Die sprachliche Wurzel des Wortes im Alt- und Mittelhochdeutschen liegt im Wort ghro, das heißt wachsen, gedeihen, sprießen, folglich verbinden wir Grün mit Wachsen – Gedeihen – Natur – Leben, also mit vielen positiven Dingen wie Frühling – Harmonie – Frische – Jugend – Entspannung – Hoffnung.

Auf der Negativseite allerdings assoziieren wir: Gift – Unreife – Dämonisches. Grün findet sich in den Nationalfarben vieler Wüstenstaaten (Saudi Arabien, Mauretanien, Arabische Liga . . .) und der Prophet Mohammed hat gesagt, dass das Anschauen des Grünen Gottesdienst sei.

In der Farbtherapie gibt es keine Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Grün. Und der Blick ins Grüne ist nie anstrengend, sondern stärkt das Auge für die anderen Eindrücke. (Frieling)

Kaum hatte ich mich für das Farbthema und den Schwerpunkt GRÜN entschieden, las ich, dass die US-Firma Pantone als Trendfarbe des Jahres 2013 die Farbe Nr. 17-5641 kreierte und das ist emerald, also Smaragdgrün!

“Lively, radiant, lush. A colour of elegance and beauty that enhances our sense of well-being, balance and harmony”. So steht es auf der Website des Unternehmens. Also Grün ist richtig modern und chic geworden, aber alles was „in“ ist, ist auch genauso schnell wieder out. Doch ich denke, ich werde Grün weiterhin die Treue halten.