Allgemein


Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn, und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

(Rainer Maria Rilke)

HOW TO BE AN ARTIST (Joseph Beuys)

Lass dich fallen.
Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die “ja” sagen und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere dich, “verantwortlich“ zu sein.
Tu es aus Liebe.
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei.
Lache viel.
Bade im Mondlicht.

Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne dich.
Tauche ein.
Sei frei.
Segne dich selbst.
Lass die Angst los.
Spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

Wer hofft
ist jung

Wer könnte atmen
ohne Hoffnung
dass auch in Zukunft
Rosen sich öffnen

ein Liebeswort
die Angst überlebt

(Rose Ausländer, 1901-1988)

Im neuen Jahr
grüße ich
meine nahen und
die fremden Freunde
grüße die
geliebten Toten
grüße alle
Einsamen
grüße die Künstler
die mit
Worten Bildern Tönen
mich beglücken
grüße die
Verschollenen Engel
grüße mich selber
mit dem Zuruf
Mut

(Rose Ausländer, 1901-1988)

DAS JAHRESENDE IST KEIN ENDE

UND KEIN ANFANG, SONDERN EIN

WEITERLEBEN MIT DER WEISHEIT,

DIE UNS DIE ERFAHRUNG

GELEHRT HAT.

(H. Boland, 1900-1978)

Der Geruch von Lebkuchen und Glühwein,

das Knistern des Buchenscheits im Kamin,

das Buch, das schon lange gelesen werden wollte,

das Gespräch mit Freunden,

die Vorfreude auf die lauen Sommernächte

und die Erinnerung an die Kindheit

bescheren uns eine schöne Weihnachtszeit.

(Reinhard Becker)

Wenn wir das Wort ROSE hören, denken wir an Schönheit, Romantik, Liebe, Farben, Mystik, Kitsch, aber auch an Widersprüchlichkeit: Blüten und Dornen.

Die Rose ist überall präsent: Auf Textilien und Papieren, auf Bildern und Fotos und als Dekoobjekt jeglicher Art.

Erst seit ein paar Jahren liebe ich diese Blume. Früher fand ich sie altmodisch, kitschig, spießig, eitel. Wie kann denn eine Blume für sich beanspruchen, „Königin der Blumen“ zu sein, wo es doch so viele fantastische Blumen gibt?

Nun, ich habe erkannt, dass es weder spießig, noch kitschig oder altmodisch ist, diese Blume zu lieben. Und mittlerweile halte ich sie auch für eine Königin.

Also war es an der Zeit, dass ich mich mit ihr beschäftigte.

Wie nähere ich mich einem neuen Thema?
Indem ich zuerst alles Mögliche dazu lese, betrachte, ab- und aufschreibe, Bilder ansehe und sammele.

Den Rosen habe ich mich außerdem mit allen Sinnen gewidmet, mich an ihnen erfreut, mich von ihnen inspirieren lassen und sie mit Freude genossen.

So sind meine „Rosen auf Papier“ entstanden, es sind hauptsächlich Collagen im Format 12×12 cm.

Natürlich habe ich auch einige Bilder in anderen Techniken gestaltet: Linolschnitt, Zeichnung, Aquarell- und Gouachemalerei. Und ich habe kleine, darunter selbst hergestellte, Rosensprüche und Gedichte abgeschrieben.

Die Collagen waren und sind bei diesen Bildern eindeutig mein Lieblingsprojekt.
Ich bin regelrecht süchtig darauf, überall Rosen zu entdecken, die ich sammeln und auch verwenden kann, um sie dann mit viel Spaß, Kleber, Farbe, Stiften und Schere zu kleinen Collagen zu verarbeiten.
In den Bildern habe ich nicht nur Rosen aus Gartenkatalogen untergebracht, sondern auch Sticker, Schablonenrosen, Rosen aus Tortenspitze, aus Todesanzeigen, aus und auf Geschenkpapier und Servietten, textile Rosen aus Spitze, als Briefmarken, Rosen auf Toilettenpapier und aus Kunstdrucken.

In den nächsten Wochen werde ich hier einige weitere Ergebnisse zeigen.

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Nachdem ich mich von kreativen Bloggerinnen habe anregen lassen,
Journal Pages zu veröffentlichen, werde ich nun noch einen Schritt weitergehen
und hin und wieder ein paar Neuigkeiten aus meinem Atelier zeigen.
Heute ist es ein Foto meiner Katze “Pauline“.

Eine neue Idee entsteht, sie ist einfach da, ich muss nicht danach suchen.

Dann beginnt meine Arbeit:
Sammeln, lesen, schreiben, notieren, reden, nachschlagen, denken, staunen, vergleichen, betrachten, beobachten, fühlen, wünschen, suchen, finden, empfinden.

Zu diesem kreativen Prozess kommt das praktische Arbeiten mit Pinsel, Farben, Stiften, Schere, Leinwand, Papieren und sonstigem Material.

Mein neues Arbeits-Thema heißt FARBE, vorerst einfach nur Farbe.

Mal sehen, was daraus noch wird.

Kandinsky:
„Farbe wirkt auf den Geist.
Farbe ist eine Macht,
die direkt auf die Seele wirkt.“

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