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Gedicht von K. P. Kavafis
„Das Meer am Morgen“
Hier möchte ich stehenbleiben,
damit auch ich die Natur ein wenig betrachte,
Das Meer am Morgen, ein wolkenloser Himmel,
Hellblau; das goldene Ufer.
Alles so schön in klares Licht getaucht.Hier möchte ich stehenbleiben
und mir vorstellen, dass ich all dies sehe
Und nicht nur auch hier meine Wunschbilder,
Meine Erinnerungen und erotischen Phantasien.
Herbsthauch
Ein Sinngedicht von Friedrich Rückert aus „Herbstlieder“
Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.
Meerblick
Blaues Boot
Felsen im Wasser
Schöner Tag am Meer
Eins-Sein
Du musst nur mit dem Herzen sehen
Wo sich berühren Raum und Zeit
Wo sich berühren Raum und Zeit,
am Kreuzpunkt der Unendlichkeit,
ein Pünktchen im Vorüberschweben.
– Das ist der Stern, auf dem wir leben.Wo kam das her, – wohin wird es gehn?
Was hier verlischt, wo wird es auferstehn?
– Ein Mann, ein Fels, ein Käfer, eine Lilie
sind Kinder einer einzigen Familie.Das All ist eins. Was „gestern“ heißt und „morgen“,
ist nur das Heute, unserem Blick verborgen.
Ein Korn im Stundenglase der Äonen
ist diese Gegenwart, die wir bewohnen.Dein Weltbild, Zwerg, wie du auch sinnst,
bleibt ein Phantom, ein Hirngespinst.
Dein „Ich“, das Glas, darin sich Schatten spiegeln,
das „Ding“ an sich, – ein Buch mit sieben Siegeln.Wo sich berühren Raum und Zeit,
am Kreuzpunkt der Unendlichkeit. –
Wie Windeswehen in gemalten Bäumen
umrauscht uns diese Welt, die wir nur träumen.
Ein Gedicht von Mascha Kalèko.











