Der Blick zum Himmel . . . .

Der Mensch, wie sehr ihn auch die Erde anzieht mit ihren tausend und abertausend Erscheinungen, hebt doch den Blick forschend und sehend zum Himmel auf, der sich in unermessenen Räumen über ihn wölbt, weil er es tief und klar in sich fühlt, dass er ein Bürger jenes geistigen Reiches sei, woran wir den Glauben nicht abzulehnen noch aufzugeben vermögen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

Nachthimmel in der Wüste (Oman)

Sterne – Himmel – Wahrheit

Wir sehen dieselben Sterne, der Himmel ist uns gemeinsam, dasselbe Weltall schließt uns ein. Warum ist es so wichtig, nach welcher Lehre jeder die Wahrheit sucht? Man kann nicht nur auf einem einzigen Weg zu einem so erhabenen Geheimnis finden.

Quintus Aurelius Symmachus (um 340 – 402), römischer Politiker, an Kaiser Valentinian II. im Jahre 384.

Dieser weise Text ist zu lesen im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe.

Seerosen

So sehr du vermagst (Konstantinos Kavafis)

Auch wenn du dein Leben nicht führen
kannst, wie du es willst,
um eins bemühe dich zumindest
so sehr du vermagst:
Würdige es nicht
herab in etlicher Gebundenheit an
jedermann, in etlichen Betriebsamkeiten
und Gerede.

Würdige es nicht herab, indem du’s
einbringst, ständig umtreibst und es
bloßstellst in Beziehungen und des
Verkehrs alltäglicher Torheit, bis es
dir lästig wird, wie fremd.

Der griechische Dichter Konstantinos Kavafis lebte von 1863 – 1933 vorwiegend in Alexandria, Ägypten. Die Themen seiner Dichtung waren Philosophie, Geschichte und Erotik – Themen, die er in seinen Gedichten reizvoll verbindet. Kavafis war Dichter in einer Zeit des Übergangs zwischen hellenischen Idealen und einem modernen geistigen Neubeginn. Einem Neubeginn, der auch ihm zu verdanken ist.

Meer und Strand

Muss man Flügel haben . . . .

Muss man Flügel haben, um auf die Suche nach sich selbst zu gehen?
Man braucht sich nur in die Einsamkeit zu begeben.

Teresa von Avila
(1515 – 1582), Teresa de Jesús, eigentlich Teresa de Cepeda y Ahumada, genannt Teresa die Große, spanische Mystikerin, reformierte den Karmeliterorden, katholische Heilige

Einsamkeit Wüste

Ich habe nichts als den Moment

Ich habe nichts als
die Nacht aus
100 x 100 Nebellichtjahren.

Ich habe nichts als
die Stunde aus
60 x 60 Sekunden.

Ich habe nichts als den Moment.

Der Moment ist meine Schöpfung
die Brücke von meinem
Staubgeist zum Sterngeist.
Der Moment ist mein Flügel
zum Flügel des nächsten Moments.

Ich habe nichts als den Flügel.
Ich habe nichts als die Schöpfung.
Ich habe nichts als den Moment.

Gedicht von Rose Ausländer

Collage 2016 Schneeflockenfeder 3

FEDERN und GLÜCK

Für viele indianische Stämme bedeutet eine Feder GLÜCK.
Sie steht für Kontaktfreudigkeit, Anpassungsfähigkeit und Freundschaft.
Sie soll vor Falschheit und Krankheit schützen, helfen, Ängste zu überwinden und Wünsche und Hoffnungen zu erfüllen.
Die Feder verkörpert das Element Luft und damit den Geist und die Freiheit des Willens.

Federzeichnung (Gouache)